Umfrage schätzt, dass ein Fünftel der Melanome während der COVID-19 Pandemie nicht diagnostiziert werden

Eine aktuelle Umfrage unter mehr als 700 Dermatologen weltweit hat die schockierenden Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Erkennung von schwarzem Hautkrebs – Melanom offenbart. Im Vergleich zu einem normalen Jahr, in dem Hautuntersuchungen von Patienten durchgeführt werden, schätzen Dermatologen, dass ein Fünftel (21 %) der Melanome im Jahr 2020 möglicherweise nicht diagnostiziert wurden, wobei ein Drittel (33,6 %) der Termine aufgrund der Pandemie versäumt wurden.

Betrachtet man diese Zahlen zusammen mit den jüngsten Melanom-Inzidenzraten der Weltgesundheitsorganisation, so kommt man zu dem Schluss, dass weltweit über 60.000 Melanome und hier in Österreich rund 440 Melanome unerkannt geblieben sind.

„Die Lockdowns, die während der Covid-Krise notwendig sind, haben zusammen mit der zusätzlichen Belastung der Gesundheitssysteme dazu geführt, dass ein besorgniserregender Anteil an professionellen Hautuntersuchungen versäumt wurde. Da sich dieser Trend fortsetzen wird, bis wir alle die Pandemie überstanden haben, war es noch nie so wichtig für die Menschen, ihre eigene Haut auf Melanome zu untersuchen“, sagte Marije Kruis, Gründerin von Spot the Dot.

Als Reaktion auf die steigende Zahl von Hautkrebserkrankungen bei jungen Menschen hat die niederländische Melanom-Patientin Marije Kruis, Gründerin der internationalen Verein Spot the Dot (Mitglied der Global Coalition for Melanoma Patient Advocacy – der Allianz melanombezogener Wohltätigkeitsorganisationen, die hinter der Umfrage steht), eine neue Aufklärungskampagne mit dem Titel „Faster than Skincancer – Schneller als der Hautkrebs“ gestartet, um das Bewusstsein für Hautkrebs bei jungen Menschen zu erhöhen.

In dieser Kampagne, die auch von Novartis unterstützt wird, vereinen sich Sportler aller Art, wie der olympische Snowboardmedaillengewinner und siebenfache Weltcupsieger Benjamin Karl, Patienten und Ärzte, um junge Menschen auch im Winter über die Risiken einer Hautkrebserkrankung zu informieren. Ziel von Spot the Dot ist es, die Zahl der neu diagnostizierten Hautkrebspatienten zu senken, indem junge Menschen über die Wichtigkeit des Sonnenschutzes und der Prävention zu allen Jahreszeiten informiert werden. „Wenn die Prävention versagt hat, streben wir eine Früherkennung an, indem wir die Menschen dazu ermutigen, Veränderungen auf ihrer Haut frühzeitig zu erkennen“, erklärt Marije Kruis.

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Die Dermatologin Dr.med.univ. Amanda Zbyszewski erklärt: „Mundschutz, Panikkäufe, Lockdowns – die Corona-Pandemie beeinflusst unseren Alltag. Statt Fernreisen stehen derzeit Outdoor-Aktivitäten hoch im Kurs. Viele Menschen wollen noch die letzten Sonnenstrahlen genießen und ihre Vitamin-D-Produktion ankurbeln. Dennoch dürfen wir auch in der kalten Jahreszeit die Kraft der Sonne nicht unterschätzen und müssen an Sonnenschutz und Selbstuntersuchung denken! Im Kampf gegen Hautkrebs ist die Früherkennung und frühzeitige Behandlung entscheidend.“

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Über die Umfrage

Die Kurzumfrage wurde im November und Dezember 2020 durchgeführt und erhielt insgesamt 734 Antworten von professionellen Dermatologen aus 36 Ländern. Die Dermatologen wurden gebeten, den Anteil der aufgrund der Pandemie versäumten Hautuntersuchungstermine zu schätzen und den Anteil der nicht diagnostizierten Melanome im Vergleich zu einem normalen Jahr zu schätzen. Mehr info

 

Über die Global Coalition for Melanoma Patient Advocacy

Die Global Coalition for Melanoma Patient Advocacy wurde 2014 von der Melanoma Research Foundation als Reaktion auf die globale Notwendigkeit gegründet, die Stimme der Patienten im Bereich des Melanoms einzubringen.

Die Gruppe ist auf Organisationen aus 27 verschiedenen Ländern angewachsen und wird von ihren Partnern auf der ganzen Welt sowie den globalen Patienten-, Gesundheits- und Pharmagemeinschaften enthusiastisch unterstützt. Sie erfüllt die lebenswichtigen Bedürfnisse der weltweiten Melanom-Gemeinschaft durch drei Arbeitsgruppen, die sich jeweils auf einen bestimmten Bereich spezialisieren, der global relevante Themen für Melanom-Patienten anspricht, darunter:

  • Melanom-Bewusstsein und Patienten-Ressourcen
  • Patient Advocacy und Zugang zur Behandlung
  • Zusammenarbeit und Rekrutierung
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