Sonnencreme to go: Tirol macht Sonnenschutz zur neuen Outdoor-Routine

Kostenlose Sonnencremespender im öffentlichen Raum sollen UV-Schutz dort verfügbar machen, wo Menschen ihn oft vergessen: beim Sport und unterwegs in der Stadt.

In Tirol gehört Draußensein zum Alltag. Morgens mit dem Rad zur Arbeit, nachmittags eine Runde am Inn, am Wochenende hinauf auf den Berg oder mit der Familie an den See: Kaum eine Region verbindet Stadtleben und Outdoor-Kultur so selbstverständlich wie Tirol. Gleichzeitig wird genau dort ein Gesundheitsrisiko oft unterschätzt: UV-Strahlung.

Ab dieser Saison setzen das Land Tirol, die Stadt Innsbruck und der Alpenzoo deshalb auf eine einfache, sichtbare Lösung im öffentlichen Raum: kostenlose, kontaktlose Sonnencremespender. Die solarbetriebenen Stationen stellen Sonnenschutz niederschwellig zur Verfügung und zeigen auf integrierten Displays zusätzlich Temperatur und UV-Index an.

Die Idee dahinter ist bewusst unkompliziert: Sonnenschutz soll nicht erst dann Thema werden, wenn die Haut bereits brennt, sondern dort verfügbar sein, wo Menschen ohnehin unterwegs sind. Ähnlich wie Trinkbrunnen, Radständer oder öffentliche Sportanlagen werden Sonnencremespender damit Teil einer modernen Outdoor-Infrastruktur.

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Sonnenschutz beim Sport oft vergessen 

Gerade beim Sport wird UV-Strahlung oft unterschätzt: Man ist in Bewegung, schwitzt, der Fahrtwind kühlt – und erst später merkt man, wie viel Sonne die Haut abbekommen hat. Auch an milden oder leicht bewölkten Tagen kann UV-Strahlung die Haut belasten. Dazu kommt: Schweiß, Helm, Stirnband, Rucksack oder Kleidung können Sonnencreme abtragen. Wer länger draußen aktiv ist, sollte deshalb nicht nur vor dem Start eincremen, sondern regelmäßig nachlegen.

Sonnenschutz ist mehr als eine Sommer-Gewohnheit. Neben regelmäßigen Hautkontrollen zählt er zu den wichtigsten Maßnahmen, um Hautschäden und Hautkrebs vorzubeugen. Besonders oft vergessen werden Ohren, Nacken, Lippen, Haaransatz, Handrücken und Schultern – gerade beim Laufen und Radfahren bekommen diese Stellen viel Sonne ab. Sonnenschutz ist deshalb keine Beauty-Frage, sondern Teil der Sportausrüstung.

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„UV-Strahlung stellt eine erhebliche, oft unterschätzte Belastung für die Haut dar. Gerade in den Bergen ist die UV-Belastung besonders hoch. Schweiß macht die Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung, gleichzeitig kann intensive körperliche Aktivität das Immunsystem vorübergehend schwächen. Beides erhöht das Risiko für Hautschäden. Sonnenschutz sollte deshalb genauso selbstverständlich zur Ausrüstung gehören wie Trinkflasche oder Laufschuhe. Zudem sollten regelmäßige Selbstkontrollen der Haut genauso zur Routine gehören wie das Training selbst.“ erklärt Dr. med. Marina Wanner, Assistenzärztin an der Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in Innsbruck

UV-Schutz im Alltag einfach machen

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Passend zur Outdoor-Saison wurden am Markplatz Innbruck, am Eduard-Wallnöfer-Platz und im Alpenzookostenlose, kontaktlose Sonnencremespender aufgestellt. Der technische Partner der Initiative ist sundo. Das belgische Unternehmen entwickelt und betreibt Sonnencremespender für öffentliche Räume und ist bereits an über 1.000 Standorten in acht europäischen Ländern vertreten – mit dem Ziel UV-Schutz im Alltag einfach zu machen. Sonnenschutz ist allerdings nicht nur eine Frage der Verfügbarkeit, sondern auch der Aufklärung. Deshalb arbeitet sundo mit dem österreichischen Verein Spot the Dot zusammen. Ziel der Partnerschaft ist es, kostenlosen Zugang zu Sonnencreme mit Bewusstseinsbildung für UV-Risiken, Hautkrebsprävention und regelmäßige Hautkontrollen zu verbinden.

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“Ich weiß, wie leicht man die Kraft der Sonne und die Gefahr von Sonnenbränden unterschätzt. Dabei kann bereits ein einziger Sonnenbrand das spätere Melanomrisiko nahezu verdoppeln. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie sehr eine Melanom-Diagnose das Leben verändert. Deshalb ist es jetzt meine Mission, andere zu ermutigen: Schützt eure Haut, achtet auf Veränderungen und geht regelmäßig zur Kontrolle. Vorbeugung und Früherkennung können einen riesen Unterschied machen. Dass eine Region wie Tirol diese Botschaft nun sichtbar in den Alltag bringt, ist wirklich großartig“, unterstreicht Marije Kruis, Gründerin der internationalen Patientenorganisation Spot the Dot und ex Melanom-Patientin.